

Das Buch zum 200jährigen Jubiläum
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Pflichtaufgabe? Wenn ein Unternehmen ein rundes Jubiläum feiern kann, wird die Herausgabe einer Publikation zur Pflichtaufgabe. Je älter die Firma, je runder die Zahl, desto dicker das Buch. Der Leser weiß, was er zu erwarten hat: knorrige Gründer, feinsinnige Gemahlinnen, mütterliche Mütter, lustige Anekdoten. Heile Welt? 200 Jahre Firma Dierig verpflichten auch uns. Aber: Dieses Buch ist keine Pflichtlektüre. Deshalb gibt es in diesem Buch keine heile Welt. Aber anschauliche Bilder = und guten Text. Zwischen Textil und Text gibt es übrigens einen engen Zusammenhang. Beides leitet sich von lateinischen |tegere| ab, zu Deutsch flechten und weben. Ebenso, wie sich in guten Geweben Faden and Faden aneinanderschmiegt und eine reißfeste und dauerhafte materielle Einheit bildet, so verknüpfen sich in guten Texten bunte Gedankenfäden zum Lesestoff. Eine zu akademische Interpretation? Keine Bange, dieses Buch wird in Bodenhaftung behalten, eingedenk dessen, daß der Mann, der den Webstuhl erfand, nicht einmal Abitur hatte. |
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Ebensowenig wie der Gründer Christian Gottlob Dierig. Seine Erben, die das Unternehmen heute in der sechsten Generation führen, haben dies nachgeholt. Sechs Generationen = eine Firma. Ein Unternehmen, eine Kapitalgesellschaft zumal, ist nach dem Wirtschaftsrecht hierzulande und überall auf der Welt eine juristische Person. Sie ist Träger von Rechten und Pflichten. Sie ist ausgestattet mit einem eigenen Willen: dem Willen, sich zu erhalten, zu wachsen, Gewinne zu erzielen. Und ebenso, wie die juristische Person einen freien Willen hat, so hat sie ein Gedächtnis. Ein Unternehmen mit einem 200jährigen Gedächtnis hat vieles gesehen, erlebt und überstanden und kann vieles erzählen von der Vergangenheit. Aus reiner Lust an der Rückbesinnung? Ja, dieser menschliche Zug ist einem Unternehmen nicht fremd. Aber Bücher wie dieses entstehen nicht nur aus Nostalgie. Sondern vor allem aus der Notwendigkeit, die Gegenwart aus der historischen Perspektive deutbar zu machen. Wobei sich dann vieles angeblich so Neuartige der Jetztzeit als Wiederkehr des längst schon Dagewesenen entpuppt. |
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Gottfried Dierig in seinen Aufzeichnungen "Unsere Stärke lag stets im Zusammenwirken grundverschiedener Begabungen, im Zusammenwirken ohne jede Eifersucht. Neidloses Geltenlassen war die Voraussetzung für wechselseitige Kritik. Wohl ging es manchmal heiß her, aber nur wo stärkster Druck besteht, wird aus Kohlenstoff Diamant." |
.............................................................................................................. Lesestoff, den das Leben schrieb Dierig. Weber. Seit 1805. 170 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen, Leineneinband Herausgegeben von der Dierig Holding AG Mit Texten von Hans Pöllmann, Erlangen EDITION BRAUS im Wachter Verlag GmbH, Heidelberg ISBN 3-89904-164-X Lieferung auf Anfrage |
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